Canagliflozin, Invokana® - als Monotherapie und Kombinationstherapie bei Diabetes mellitus vom Typ II

 

 

 

Canagliflozin ist ein neuer SGLT-2-Hemmer (von: Sodium dependent glucose transporter) des Pharmakonzerns Janssen. Die Substanz hat von der FDA die Zulassung als Antidiabetikums erhalten und wird in den USA unter der Bezeichnung Ivokana auf den Markt gebracht werden (1,2). Auch für Europa wurde die Zulassung bereits beantragt.

 

Anm.: In Europa wurde 2012 bereits Dapaglifozin zugelassen (Bristo-Meyers Squibb/AstraZenica), Ende 2013 jedoch aus wirtschaftlichen Gründen vorläufig vom Markt genommen. Weitere ähnliche Produkte (Empagliflozin, Ipraglifozin und Tofogliflozin sind im Stadium fortgeschrittener klinischer Prüfungen).

 

Wirkungsweise

 

SGLT-2 ist ein sekundär aktives Protein, das in der Niere im proximalen Tubulus Glucose aus dem Primärharn (und Natrium) resorbiert und ist die treibende Kraft für Glucoseresorption. Wenn dieses Protein auf Grund einer erblichen Störung nicht funktionsfähig ist, enthält der Urin betroffener Personen hohe Zuckerwerte, ohne dass dadurch hohe Blutzuckerspiegel verursacht würden. SGLT-2 Hemmer ahmen diesen Effekt nach. Die konzentrationsabhängige Ausscheidung von Glucose über den Urin wird dadurch gefördert, was zu einer Senkung der Blutzuckerkonzentration (ohne Hypogykämie) führt. Wesentlich ist, dass SGTL-2 Inhibitoren unabhängig von der Insulinwirkung oder einer Insulinresistenz sind.

Entsprechende Medikamente werden oral eingenommen und sind sowohl als Monotherapie als auch in Kombination mit anderen Antidiabetika einsetzbar.

(AR)

(26.7.2014)

 

 

Quellen:

 

1)  http://www.akdae.de/Arzneimitteltherapie/NA/Archiv/201409-Invokana.pdf

2)  http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/nachricht-detail/antidiabetika-canagliflozin-wird-invokana/

Pharmaka sind Wirkstoffe für therapeutische oder diagnostische Zwecke, allerdings gilt der von Paracelsus (1493-1541) geprägte Satz:

 

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei“.

 

Paracelsus machte sich bei seinen Vorlesungen in Basel oft unbeliebt weil er sie 1). auf deutsch hielt und 2). die vorherrschende Meinung der Humoralpathologie des Galen oft als Bücherweisheit medizinischer Gelehrter kritisierte.

 

 

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© Dr. Alfred Rhomberg