Gentechnologie

 


RNA Nukleinbasen, Wikipedia, Public Domain

 

 

Unter Gentechnik versteht man gezielte Eingriffe in das Erbgut (Genom, siehe Anm.) mittels Methoden und Verfahren der Biotechnologie, die auf den Kenntnissen der Molekularbiologie und Genetik aufbauen. Dadurch werden Eingriffe in die biochemischen Steuerungsvorgänge von Lebewesen bzw. viraler Genome ermöglicht. Mit Hilfe der Gentechnik werden Veränderung und Neuzusammensetzung von DNA-Sequenzen im Reagenzglas oder in lebenden Organismen, sowie das gezielte Einbringen von DNA in lebende Organismen ermöglicht. Solche Eingriffe können sowohl innerhalb einer Art als auch Art-übergreifend durchgeführt werden, weil alle Lebewesen (mit wenigen Abweichungen) denselben genetischen Code benutzen.

 

Anm.: Als Genom eines Lebewesens oder eines Virus die Gesamtheit der vererbbaren Information einer Zelle oder eines Viruspartikels bzw die Gesamtheit der materiellen Träger der vererbbaren Information: Chromosomen, Desoyribonukleinsäre (DNA) bzw. Ribonukleinsäure (RNA) bei RNA-Viren bei denen RNA anstelle von DNA als Informationsträger dient.

 

 

Ziele der Gentechnik

 

Ziele sind in erster Linie die Herstellung von Medikamenten, die Gentherapie bei Erbkrankheiten und die Veränderung von Kulturpflanzen.

 

Da es sich bei der Gentechnik um eine relativ junge Technologie handelt, deren wissenschaftliche Grundlagen zwar bis in die 40-iger Jahre zurückreichen, die bahnbrechenden Arbeiten in den 70-iger Jahren stattfanden, das erste gentechnologisch hergestelltes Produkt (Insulin) jedoch erst 1982 in den Vereinigten Staaten auf den Markt kam, ist die Technologie wegen ihrer (fast) unbegrenzten Möglichkeiten in weiten Kreisen der Bevölkerung noch immer mit Ängsten verbunden. Am stärksten sind die Ängste bei der Veränderung von Kulturpflanzen („grüne Gentechnologie“) verbreitet.

 

 

Stammzellenforschung


 

Stammzellen sind Körperzellen, die sich in verschiedene Zelltypen oder Gewebe ausdifferenzieren können.

 

Stammzellen besitzen ein unterschiedliches Differenzierungspotenzial, wobei die ontogenetisch frühesten Stammzellen die embryonalen Stammzellen sind, die jedoch nur in der befruchteten Eizelle als omnipotente Stammzellen vorkommen und die Fähigkeit haben, sich in jede Gewebe bzw. Körperzelle (auch Nervenzellen) ausdifferenzieren zu können. Nach mehreren Zellteilungen (4 bis 8) sind sie bereits nicht mehr omipotent, sondern nur noch pluripotent, d.h. sie haben einen Teil ihrer Eigenschaften, sich in alle Zellen verwandeln zu können verloren. Dies gilt besonders auch für Nabelschnurblut, immerhin lassen sich pluripotente Stammzellen (besonders Nabelschnurblut) für viele Forschungszwecke gut verwenden. Am Ende des Differenzierungsvorganges stehen „adulte“ Stammzellen, z.B. Knochenmark– oder Nervenstammzellen, die aber – wie alle Stammzellen, in der Lage sind, Tochterzellen zu bilden, die selbst wiederum Stammzelleneigenschaften des gleichen oder eines höheren Differenzierungsgrades haben.

 

Ein wesentliches Ziel der Stammzellforschung ist die Rückprogrammierung von differenzierten Zellen, weil mit embryonalen Stammzellen aus ethischen Gründen in der Forschung nicht gearbeitet werden darf. So könnten z.B. zu Herzmuskelstammzellen reprogrammierte Stammzellen im Falle eines Myocardinfarktes zerstörtes Muskelgewebe wieder neu aufbauen (erste Versuche dazu sind bereits gelungen).

 

 

 

 

 

Pharmaka sind Wirkstoffe für therapeutische oder diagnostische Zwecke, allerdings gilt der von Paracelsus (1493-1541) geprägte Satz:

 

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei“.

 

Paracelsus machte sich bei seinen Vorlesungen in Basel oft unbeliebt weil er sie 1). auf deutsch hielt und 2). die vorherrschende Meinung der Humoralpathologie des Galen oft als Bücherweisheit medizinischer Gelehrter kritisierte.

 

 

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© Dr. Alfred Rhomberg