Rituximab, MabThera® - gegen Non-Hodgkins Lymphome und rheumatoide Arthritis

 


Rituximab, Bändermodell, © Wikipedia, Public Domain

 

Rituximab war der erste Antikörper, der zur Behandlung von Krebs zugelassen wurde (FDA 1997). In Europa war der monoklonale Antikörper seit Juli 2006 für die Behandlung der rheumatoiden Arthritis in Kombination mit Methotrexat zugelassen. Ende 2013 hat die Europäische Kommission eine neue injizierbare (subkutane) Darreichungsform von MabThera® (Rituximab) für die Behandlung von Patienten mit follikulärem Lymphom und diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom zugelassen, was einen deutlichen Therapiefortschritt bedeutet(1),(2).

 

In der Onkologie gehört Rituximab seit einiger Zeit zur Standardtherapie in der Behandlung von niedrig malignen und follikulären Non-Hodgin-Lyphomen, meist in Kombination mit einer konventionellen Chemotherapie (beispielsweise CHOP, d.h. Cyclophoshamid, Hydroxydaunnorubicin, Oncovir® und Prednisolon ). Der Einsatz von Rituximab ist nur sinnvoll, wenn die Krebszellen das Oberflächenmolekül CD20 aufweisen, daher muss vor der Behandlung mit Rituximab das Tumorgewebe entsprechend getestet werden.

 

Wirkmechanismus

 

Rituximab verursacht eine selektive Depletion CD20-positiver B-Zell-Subpopulationen („B-Zell-Therapie mit Rituximab“). Über die folgenden drei Mechanismen wird eine B-Zell-Depletion bewirkt:  Apoptose, komplementabhängige B-Zell-Lyse, Antikörper-abhängige zelluläre Zytotoxizität über Makrophagen, Granolozyten und natürliche Killerzellen.

 

Rheumatoide Arthritis

 

Bei der rheumatoiden Arthritis wird Rituximab derzeit nach Versagen von Basismedikamenten und einem initialen TNF-alpha-Hemmer eingesetzt. Etwa 30 % der Patienten mit rheumatoider Arthritis sprechen nicht auf einen TNF-alpha-Hemmer an. Bei unzureichendem Ansprechen und/oder Unverträglichkeit eines TNF-alpha-Hemmers wird eine Umstellung auf eine Substanz mit anderem Wirkmechanismus wie z.B. Rituximab empfohlen.

 

Mit zwei Infusionen innerhalb von 14 Tagen kann mit Rituximab eine signifikante Verbesserung der Symptome über einen Zeitraum von bis zu über einem Jahr erreicht werden. Weitere Behandlungen können den Therapieerfolg erhalten oder steigern.

 

Hersteller: MabThera (Hoffmann-La Roche AG) EU; Rituxan (Biogen, Genentech - ebenfalls Hoffmann-La Roche AG) USA

 

(AR)

(1.4.2014)

 

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Quellen:

 

(1) http://www.rheuma-online.de/medikamente/rituximab-mabthera/in-kuerze.html bzw.

 

http://www.ema.europa.eu/ema/index.jsp?curl=pages/medicines/human/medicines/000165/human_med_000897.jsp&mid=WC0b01ac058001d124

 

(2) The Lancet Oncology, Volume 15, Issue 3, Pages 343 - 352, March 2014

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doi:10.1016/S1470-2045(14)70005-1Cite or Link Using DOI

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Published Online: 10 February 2014

Pharmaka sind Wirkstoffe für therapeutische oder diagnostische Zwecke, allerdings gilt der von Paracelsus (1493-1541) geprägte Satz:

 

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei“.

 

Paracelsus machte sich bei seinen Vorlesungen in Basel oft unbeliebt weil er sie 1). auf deutsch hielt und 2). die vorherrschende Meinung der Humoralpathologie des Galen oft als Bücherweisheit medizinischer Gelehrter kritisierte.

 

 

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