Tecentriq® – Update: Roche scheitert vorerst mit Blasenkrebsmittel

 

In diesem Magazin wurde am 16.7.2016 über die vorläufige Zulassung von Acetolizumab (Tecentriq®) zur Behandlung von Blasenkrebs berichtet. Gemäß einer Notiz in dem Schweizer Börsenfachblatt „Finanz und Wirtschaft“ vom 10.5.2017, konnte Roche (Zitat):

in einer groß angelegten Studie mit dem Namen IMvigor211 nicht beweisen, dass ihr Medikament Tecentriq bei Patienten mit Blasenkrebs, deren Krankheit trotz Chemotherapie fortschreitet, besser wirkt als die Chemotherapie allein. Tecentriq gilt als großer Hoffnungsträger bei den Baslern. Das Arzneimittel soll das Immunsystem gegen Krebs mobilmachen und so eine langanhaltende Wirkung haben. Getestet wird es jedoch nicht nur bei Blasenkrebs, bei vielen anderen wesentlichen Krebsarten will Roche es einst zur Zulassung bringen. (1).

 

Da ein großer medizinischer Bedarf zur Behandlung von fortgeschrittenem Blasenkrebs besteht, erhielt Roche zunächst eine vorläufige Zulassung in den USA auf Basis statistisch noch nicht aussagekräftiger Daten unter der Bedingung, die noch ausstehenden Daten nachzureichen. Diese Daten zeigten zwar, dass Tecentriq wirksam, aber nicht besser als die Chemietherapie ist. Roche will die Daten zusammen mit der US-Zulassungsbehörde analysieren (Zitatende).

 

Entscheidende Studien stehen noch an, Tecentriq wird wegen der langjährigen Entwicklung und des komplizierten Herstellungsverfahrens vermutlich jedoch teurer als die Chemotherapie sein. Allerdings wirken vollhumanisierte monoklonale Antikörper bei anderen Krebsarten wesentlich effektiver als Chemotherapeutika.

 

(AR)

(12.5.2017)

 

(1)  https://www.fuw.ch/article/roche-meldet-rueckschlag-fuer-blasenkrebsmittel/

Pharmaka sind Wirkstoffe für therapeutische oder diagnostische Zwecke, allerdings gilt der von Paracelsus (1493-1541) geprägte Satz:

 

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei“.

 

Paracelsus machte sich bei seinen Vorlesungen in Basel oft unbeliebt weil er sie 1). auf deutsch hielt und 2). die vorherrschende Meinung der Humoralpathologie des Galen oft als Bücherweisheit medizinischer Gelehrter kritisierte.

 

 

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© Dr. Alfred Rhomberg