Ultibro Breezhaler (QVA149) zur Behandlung von chronischer obstruktiver Lungenerkrankung (COPD)

(R)-Indacaterol
Glycopyrronium (als Bromid eingesetzt)

 

 

Die Firma Novartis hat am Kongress der European Society (ERS) in Barcelona neue Daten aus einer Phase-III Studie vorgestellt, nach der das einmal täglich anzuwendende Ultibro Breezhaler als Produktkandidat verbesserte Werte gegenüber Vergleichsmedikamenten zeigte.

 

Was ist Ultibro Breezhaler (QVA149)?

 

Ultibro Breezhaler ist eine Kombination des Beta-2-adrenergen Agonisten (β2-Sympathomimetikum) Indacaterol und Glycopyrroniumbromid, eine anticholinergisch wirkende Substanz(1). Indacaterol aktiviert wie alle β2-Sympathomimetika die Relaxation der Atemwegmuskeln, während Glycopyrroniumbromid als Parasymphatolicum die bronchoconstriktorische Wirkung von Acetylcholin auf die glatten Muskelzellen der Atemwege blockiert und dadurch die Atemwege erweitert.

 

Indacarerol ist als Einzelsubstanz bereits seit 2010 als Onbrez Breezhaler (A, DE, CH) zugelassen. Offenbar wird die Wirkung durch die Kombination mit Glycopyrroniumbromid noch verbessert. Im Gegensatz zu den langsamer wirkenden β2-Sympathomimetika Salmeterol und Formoterol muss Indacaterol nur einmal am Tage inhaliert werden.

 

Anm.: Auch Glycolpyrroniumbromid ist als Einzelsubstanz Robinul® für verschiedene andere Indikationen im Handel.

 

Ultibro-breezhaler (QVA149) ist wie alle diese Medikamente kein Heilmittel von COPD, wäre jedoch, wenn keine negativen Ergebnisse der Phase-III Studie auftreten, eine Erleichterung für PatientInnen die unter ihrer chronischen Erkrankung besonders leiden. 

 

(AR)

(11.9.2013)

 

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(1) http://www.ema.europa.eu/docs/en_GB/document_library/Summary_of_opinion_-_Initial_authorisation/human/002679/WC500146589.pdf

Pharmaka sind Wirkstoffe für therapeutische oder diagnostische Zwecke, allerdings gilt der von Paracelsus (1493-1541) geprägte Satz:

 

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei“.

 

Paracelsus machte sich bei seinen Vorlesungen in Basel oft unbeliebt weil er sie 1). auf deutsch hielt und 2). die vorherrschende Meinung der Humoralpathologie des Galen oft als Bücherweisheit medizinischer Gelehrter kritisierte.

 

 

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© Dr. Alfred Rhomberg