Weitere Erfolge von Roche mit Tecentriq und Hemlibra® (Emicizumab)

 

 

Nachdem Roche im Mai 2017 (1) berichtete, dass Studien mit Tecentriq (Acetelizumab) nicht den erwarteten Erfolg zur Behandlung von Blasenkrebs aufwiesen, kann Roche in Studien zu einer Kombinationstherapie, sowie gegen die Bluterkrankheit Hämophilie A Erfolge verbuchen

 

In der IMpower150-Studie wurde das Immuntherapeutikum Tecentriq in Kombination mit einer Chemotherapie bei Patienten mit einer bestimmten Form von Lungenkrebs getestet. In dieser Studie habe die Kombinationstherapie das Risiko einer Krankheitsverschlechterung oder dass es zum Tode kommt, statistisch signifikant (ca. 38 %) reduziert, die Tumorgröße hatte sich meist deutlich verringert - so eine Mitteilung von Roche. Die Daten werden nun den entsprechenden Zulassungsbehörden vorgelegt. Zudem werden die ausführlichen Daten am diesjährigen Fachkongress ESMO präsentiert.

 

Auch wenn noch nicht alle Details vorliegen, hatten viele Börsenteilnehmer auf erste Ergebnisse der IMpower150-Studie mit Spannung gewartet, weil sie die erste von acht zulassungsrelevanten Studien ist, die Roche bis Mitte 2018 vorlegen wird. Dabei möchte Roche beweisen, dass sein Medikament Tecentriq aus der Krebsimmuntherapie in Kombination mit anderen Heilmethoden und Arzneien deutliche Fortschritte gegenüber bisherigen Standardbehandlungen zeigt (2).

 

Damit läutet der Pharmakonzern Roche nach eigenen Angaben die zweite Welle in der Krebsimmuntherapie ein, bei der es darum geht, mit Medikamenten das menschliche Immunsystem so weit zu stimulieren, dass es eigenständig bösartige Tumore bekämpft. Bislang wurde Tecentriq nur alleine in der Behandlung von verschiedenen Krebsarten eingesetzt, ohne signifikante Marktanteile zu gewinnen.

 

Hemlibra® (Emicizumab)

 

In der HAVEN 3-Studie wurde das letzte Woche (3) zugelassene Hemlibra (Emicizumab) bei Erwachsenen und Jugendlichen (ab 12 Jahren) Patienten eingesetzt, die an der Bluterkrankheit Hämophilie A leiden, die aber noch keine Inhibitoren entwickelt haben, schreibt der Pharmakonzern in einer zweiten Mitteilung.

Erst in der vergangenen Woche hatte Roche für das Mittel in den USA die Zulassung zur Behandlung von Hämophilie A-Patienten erhalten, die gleichzeitig „Faktor VIII”-Inhibitoren aufweisen.

 

Anm.: Hämophilie A ist ein Mangel an Faktor VIII (antihämophiles Globulin, FVIII)

 

Wie Roche erklärte, „entwickelt eine von drei Personen mit schwerer Hämophilie A solche Inhibitoren zu Faktor VIII Ersatztherapien, was zu einem deutlich vergrößerten Risiko für lebensbedrohliche Blutungen führt“.

 

(AR)

(5.1.2018)

 

(1) https://www.pharma-select.net/krebsforschung/azetolizumab-tecentriq-beschleunigte-vorläufige-zulassung-bei-blasenkrebs/

(2) http://www.ema.europa.eu/ema/index.jsp?curl=pages/medicines/human/medicines/004143/human_med_002166.jsp&mid=WC0b01ac058001d124

(3) https://www.drugs.com/hemlibra.html

Pharmaka sind Wirkstoffe für therapeutische oder diagnostische Zwecke, allerdings gilt der von Paracelsus (1493-1541) geprägte Satz:

 

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei“.

 

Paracelsus machte sich bei seinen Vorlesungen in Basel oft unbeliebt weil er sie 1). auf deutsch hielt und 2). die vorherrschende Meinung der Humoralpathologie des Galen oft als Bücherweisheit medizinischer Gelehrter kritisierte.

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Dr. Alfred Rhomberg