PHARMA SELECTED - Magazin für innovative medizinische und pharmazeutische Forschung. Ausgewählte Beiträge zur Stammzellen- und gentechnologischen Forschung, sowie zu neuen Arzneimittelstoffen.

Das Magazin PHARMA SELECTED versucht, interessante originelle Ideen aufzupüren, bei denen zumindest ansatzweise die Hoffnung besteht, entweder den Erkenntnisstand eindeutig zu erhöhen oder im günstigsten Fall, zu einem wertvollen therapeutisch einsatzfähigen Produkt zu führen.

® SANOCHEMIA Pharmazeutika AG - Austria

NEUE BEITRÄGE 

Aimovig®, Erenumab – ein vollhumaner monoklonaler Antikörper gegen Migräne

(andere Erkrankungen)

 

Plötzlich auftretende und oft langandauernde oder chronische Migräneanfälle waren bisher nur unzureichend durch „Triptane“, das sind Präparate die sich strukturell vom Serotonin 5-HT und von 5-Carboxamidotryptamin ableiten, behandelbar. Meist sind zusätzliche Schmerzmittel wie Paracetamol oder Iboprufen erforderlich.

Migränepatienten können jetzt aufatmen: der Pharmakonzern Novartis hat zusammen mit seinem Partner Amgen nun auch die Zulassung für Aimovig® (Erenumab) zur Vermarktung in der EU erhalten, nachdem das gemeinsam entwickelte Mittel schon seit zwei Jahre in den USA und in der Schweiz im Handel war.

Aimovig® verfolgt einen Therapieansatz, bei dem ein vollhumaner monoklonaler Antikörper (Erenumab) präventiv auf den mit dem Calcitonin-Gen verwandten Peptidrezeptor CGRP (Calcitonin-Gene-Related-Peptid) abzielt und ihn blockiert. Es wird angenommen, dass dieser Rezeptor eine Schlüsselrolle bei der Auslösung von Migräne hat und die Signale überträgt, welche die starken Schmerzen verursachen. Durch Aimovig® werden die monatlichen Migräne-Tage und die Verwendung von akuten Migränemitteln laut diversen Studien signifikant reduziert. Laut Novartis und Amgen (30.11.2017) zeigte sich mit einer Einmalgabe von Erenumab (subkutan 70 oder 140 mg einmal im Monat) in einer sechsmonatigen randomisierten Studie mit 955 Patienten eine signifikante 3,7-tägige Reduktion der Migränetage gegenüber dem Ausgangswert von 8,3 Tagen (gegenüber Placebo).

Das Sicherheitsprofil von Erenumab war insgesamt mit Placebo vergleichbar und wurde während des gesamten klinischen Programms des Medikaments, u.a. in der LIBERTY-Studie gut vertragen, schreiben die Unternehmen. Keiner der Studienteilnehmer stoppte die Behandlung wegen Nebenwirkungen (2), (3).

 

Aimovig® wird in den USA zu einem Listenpreis von 575 Dollar monatlich (6.900 Dollar jährlich) verkauft. Das klingt teuer, der Preis ist jedoch im Vergleich zu anderen monoklonalen Antikörpern sehr niedrig. Die Herstellung solcher Antikörper verlangt hohes technisches know how und die Preise werden sich auch in Zukunft kaum wesentlich verringern. Hinzukommt, dass sich nach Ablauf der Patente solche Substanzen von Generica-Firmen nicht in identischer Form von „Biosimilars“ herstellen lassen. Man sollte daher bei solchen Arzneimittelpreisen berücksichtigen, dass Patienten mit chronischer Migräne im Berufsleben oft mehrere Tage pro Monat nicht arbeitsfähig sind.

 

(AR)

3.8.2018

 

Quellen:    

            (1)     https://arznei-news.de/erenumab/

(2)  © arznei-news.de – Quelle: Novartis, Nov. 2017

(3)  © arznei-news.de – Quellenangabe: American Academy of Neurology

 

Emicizumab, Hemlibra® - ein vielversprechendes neues Mittel gegen Hämophilie A

(Immuntherapeutika)

 

Hemlibra®, enstanden aus der Zusammenarbeit mit Roche und der Roche-Tochter Chugai, hat seit Februar 2018 durch ein beschleunigtes Verfahren die Zulassung in der EU als Routine-Prophylaxe gegen Hämophilie bei Menschen jeden Alters erhalten. In den USA ist der Antikörper bereits seit 2017 zugelassen.

Die Hämophilie A ist eine Erbkrankheit, von der hauptsächlich Männer betroffen sind (sogenannte „Bluter). Nach Verletzungen gerinnt das Blut nicht oder nur langsam. Häufig kommt es zu Spontanblutungen, die ohne sichtbare Wunden auftreten und lebensbedrohlich sein können,

Wirkweise

Emicizumab (Hemlibra®) ist ein hochwirksamer humanisierter monoklonaler Antikörper, dessen Wirkweise darauf beruht, dass Hemlibra® zwei Koagulations Faktoren, Faktor IX and Faktor X aktiviert. Das geschieht normalerweise durch die Funktion des Koagulations Faktors VIII, der in Hämophilie A Patienten fehlt. Emicizumab wirkt somit als Faktor VIII-Mimetikum.

Anm.: Ein "Arm" von Emicizumab bindet an Faktor IXa und der andere "Arm" an Faktor X, welcher diese nahe zueinander bringt und zur Bildung von Faktor Xa führt. Nach der Injektion kommt es dadurch zur Freisetzung von Faktor Xa (II)

Anwendung

Emicizumab wird bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern mit Hämophilie A und Faktor-VIII-Inhibitoren einmal wöchentlich prophylaktisch zur Vermeidung von Blutungen subkutan verabreicht(II).

(AR)

1. Mai 2018

Quellen:

(I)     https://www.roche.de/innovation/forschung/haemophilie/was-ist-haemophilie.html

(II)    Wikipedia-Enzyclopädie (englisch und deutsch)

 

(Demenz Erkrankungen)

 

 

Obwohl die Zahl der Erkrankungen an Alzheimer-Demenz wegen der steigenden Lebenserwartung in Industriestaaten während der letzten Jahrzehnte stark zugenommen hat, zeichnen sich trotz intensiver Forschung keinerlei Ergebnisse zur Heilung dieser tückischen Erkrankung ab bzw. diese zu verhindern. Eben jetzt stellt einer der renommiertesten Pharmakonzerne der USA (Pfizer), alle Forschungen auf diesem Gebiet ein (1) – warum?

 

Pharmaforschung ist nur dann erfolgreich, wenn es pharmakologisch sinnvolle Hinweise gibt, wie Krankheiten entstehen oder durch welche Veränderungen im Organismus sie ausgelöst werden. Die letztere Frage ist zwar meist beantwortbar (sogar bei Krebs), bei anderen Erkrankungen wie z.B. bei Morbus Alzheimer, wissen wir noch sehr wenig, außer dass bei Alzheimer zwei Beta-Amyloidpeptide (Aß40 und Aß42), die sich beim normalen Stoffwechsel nicht im Gehirn anreichern, in manchen Fällen doch dort ablagern - wie diese entstehen und warum sie sich bei manchen Menschen im Gehirn anlagern, ist völlig unbekannt.

 

Anm.: In diesem Beitrag wird „Demenz“ als Oberbegriff für verschiedene degenerative und nicht degenerative Erkrankungen betrachtet, die insgesamt stark zunehmen und zu denen auch Alzheimer gehört. Bei einigen Demenzerkrankungen sind die Ursachen bekannt, einige davon sind sogar heilbar oder die Symptome lassen sich therapeutisch herauszögern.

 

Alzheimer-Demenz gehört zu den sogenannten primären Demenzen, im Gegensatz zu sekundären Demenzen, die durch ungesunde Lebensweise (z.B. Medikamentenmissbrauch oder Alkoholabusus) entstehen können.

 

Zur Häufigkeit von Demenzen und Alzheimer Demenz: In erster Linie sind ältere Menschen betroffen. Schätzungen belaufen sich bei 65-Jährigen auf ca. zwei Prozent, bei 75-Jährigen sechs Prozent und bei 85-Jährigen ca. 20 Prozent. Bei Kindern und Jugendlichen ist Morbus Alzheimer selten, hier handelt es sich meist um erbliche Stoffwechselerkrankungen. Nach Auswertung von Computermodellen der Vereinten Nationen könnte sich die Zahl der Alzheimererkrankungen weltweit bis 2050 auf etwa 106 Millionen Patienten erhören – so gesehen wäre die Alzheimerforschung weiterhin ein lohnendes Geschäftsfeld für Pharmakonzerne. 

 

Die klassische Arzneimittelforschung zur Entfernung der Beta-Amyloide hat bisher keine Ergebnisse gebracht, leider auch nicht die modernen Forschungen der Molekularbiologie (siehe nächster Abschnitt). Es wurde und wird selbstverständlich intensiv an den verschiedensten monoklonalen Antikörpern geforscht, bei denen die besten Erfolge bisher in der Krebstherapie erreicht werden konnten.

 

Verschiedene Ansätze und Versuche

 

IMPFUNG: eine wirksame Impfung gegen Alzheimer, sei es als Vorbeugung oder das Fortschreiten der Krankheitssymptome zu verhindern, wäre ein enormer Fortschritt für unsere alternde Gesellschaft – leider sind erfolgreiche Versuche, Impfstoffe zu entwickeln bisher gescheitert, obwohl weltweit daran geforscht wird. So hatte sich z.B. der Hoffnungsträger einer Beta-Amyloid-Immuntherapie mittels monoklonaler Antikörper (Bapineuzumab) in klinischen Phase-III Studien von Johnson & Johnson und Pfizer auch in einer wiederholten Phase-III Studie nicht bewährt. Der monoklonale Antikörper sollte bereits vorhandene Beta-Amyloide aus dem Gehirn entfernen, die Forschungen wurden von den genannten Firmen bereits 2012 eingestellt(2).

 

Antioxidantien, grüner und schwarzer Tee: 

Dazu ein Zitat aus der Wikipedia-Enzyklopädie: In vitro-Untersuchungen zeigten, dass das Antioxidans Epigallocatechingallat (EGCG) des grünen Tees die Bildung von Plaques verhindern kann. Andere Studien weisen darauf hin, dass EGCG die Plaques auch auflösen kann. In Tierversuchen mit Mäusen konnte gezeigt werden, dass nach sechsmonatiger EGCG-Behandlung die Plaque-Belastung im Kortex, Hippocampus und im entorhinalen Kortex um jeweils 54 %, 43 % und 58 % reduziert wurde.  Eine weitere Studie, die die Auswirkung von EGCG auf die Alzheimer-Krankheit untersucht, wird an der Charité in Berlin durchgeführt. Untersuchungen aus dem Jahr 2011 konnten zeigen, dass Theaflavinbestandteile des Schwarzen Tees ebenfalls die Entstehung von Plaques verhindern und bestehende Plaques auflösen können. (Ende des Zitats, Zugriff am 26.2.2018).

 

Man könnte sich nun fragen, ob auch in China, einem Land in welchem traditionell fast täglich grüner Tee getrunken wird, die Erkrankungen an Alzheimer-Demenz niedriger sind als in der westlichen Welt.  Dies ist offenbar nicht der Fall, zumindest steigt nach einem Übersichtsartikel auch in China die Zahl der Erkrankungen(3).

 

Man könnte sich nun fragen, ob auch in China, einem Land in welchem traditionell fast täglich grüner Tee getrunken wird, die Erkrankungen an Alzheimer-Demenz niedriger sind als in der westlichen Welt.  Dies ist offenbar nicht der Fall, zumindest steigt nach einem Übersichtsartikel auch in China die Zahl der Erkrankungen(3).

 

Ibuprofen und andere nichtsteroidale Entzündungshemmer: Iboprofen, ein nichtsteroidaler Stoff wurde bereits wischen 1950 und 1960 entwickelt und als Antirheumatikum eingesetzt. Der Stoff gehört als Reinsubstanz oder in Kombinationspräparaten heute zu einem der meist eingesetzten Mitteln bei Rheumatikern, ebenso  andere entzündungshemmende NSAR-Substanzen (NSAR bzw. im englischen Sprachraum, NSAID, anti-inflammatory drug). Seit 1995 bei Rheumatikern entdeckt wurde, dass diese ein signifikant niedrigeres Risiko haben, an Morbus Alzheimer zu erkranken, wurde Ibuprofen auch an Nichtrheumatikern getestet. Es konnte in einigen transgenen Tiermodellen auch tatsächlich eine Reduktion von Beta-Amyloid-Plaques festgestellt werden, beim Menschen liegen jedoch bisher keine Daten aus randomisierten Doppelblindstudien vor. Leider ist die zu einer möglichen Prävention von Morbus Alzheimer erforderliche Dosis wesentlich höher als zur normalen Schmerzbehandlung. Außerdem besteht der Verdacht, das hohe Dosen über einen längeren Zeitraum kardiovaskuläre Probleme hervorrufen können, trotzdem laufen zurzeit einige klinische Studien mit Ibuprofen und dessen Derivaten.

 

Anm. zur Wirkweise von Ginkgo Biloba Wirkstoffen: die Wirkung der Stoffe beruht auf der Hemmung des PAF-Botenstoffs (Plättchenaktivierender Faktor), weil dieser entzündungsfördernd und an einer Immunreaktion beteiligt ist. Eine übertriebene Freisetzung der PAF-Aktivität führt jedoch zum Absterben von Neuronen, z.B. bei Schlaganfällen durch die übertriebene Freisetzung des erregenden neuralen Botenstoffs Glutamat, der dann wiederum neurotoxisch wirkt. Dieser Reaktion wirken Substanzen aus den Blättern des Ginkgo Biloba Baums entgegen(4).

 

Resumée

 

Nach Durchsicht der einschlägigen Literatur ist derzeit kein Ansatz für einen Durchbruch zur Behandlung von Morbus Alzheimer bekannt. Trotzdem sollte die Hoffnung nicht aufgegeben werden, potenzielle Chancen sind am ehesten auf molekularbiologischer Ebene zu erwarten. Leider sind Forschungsabteilungen an medizinischen Universitäten ohne die Erfahrung großer Pharmakonzerne kaum in der Lage, ihre Forschungsergebnisse (selbst bei staatlichen Hilfen) praktisch umzusetzen. Darüber hinaus sollten sich europäische Universitäten hüten, interessante Ergebnisse vorzeitig zu publizieren, weil dadurch das Interesse der Pharmaindustrie aus patentrechtlichen Gründen kleiner ist. Renommierte US-Universitäten haben u.a. Rechtsabteilungen, die einer Publikation erst dann zustimmen, wenn auch sinnvolle Verträge zur Zusammenarbeit mit der Industrie abgeschlossen werden, um Forschungsergebnisse gegebenenfalls später optimal vermarkten zu können.

 

Dauerte schon die Entwicklung klassischer Arzneimittel von der Erfindung bis zur Zulassung oft mehr als ein Jahrzehnt, so ist zur Entwicklung monoklonaler Antikörper bzw. Arzneistoffen der Immuntherapie oft mit wesentlich längeren Zeiträumen bis zur Zulassung zu rechnen. Aus diesem Grunde ist die Entscheidung großer Firmen, ihre Forschung mit Alzheimerpräparaten wegen der enormen damit verbundenen Kosten durchaus verständlich. Es ist jedoch nie auszuschließen, dass der Kollege „Zufall“ uns auch früher zu einem wirksamen Mittel gegen die Alzheimer-Demenz führt.  In der Geschichte der Arzneimittelchemie hat der Zufall oft ganz erstaunliche Erfolge gezeitigt – nicht zuletzt war die Entdeckung des Penicillins ein herausragendes Beispiel für die Kombination von Zufall und der Beobachtungsgabe des Mediziners und Bakteriologen Sir Alexander Flemings (1928, Nobelpreis 1944).

 

Quellen:

(1)  https://www.n-tv.de/wissen/Pharmariese-stellt-Alzheimer-Forschung-ein-article20253056.html

(2) Alzheimer: Zweite Studie zur Antikörpertherapie abgebrochen. In: aerzteblatt.de. 7. August 2012, abgerufen am 27. Dezember 2014.

(3)  https://www.medscape.com/viewarticle/572114

(4) https://www.inutro.com/ginkgo-biloba

 

(AR)

(27.2.2018)

 
Eltrombopag - Public Domain

Novartis hat nach einer Mitteilung vom 1.8.2018 von der FDA (US-Gesundheitsbehörde) für Promacta (eltrombopag) den Status einer «Breakthrough Therapy designation» zur Behandlung von schwerer aplastischer Anämie (SAA) als Erstlinientherapie erhalten. Studien haben gezeigt, dass mehr als die Hälfte nicht vorbehandelter Patienten, die an dieser Sonderform von Blutarmut erkrankt sind, mit der Therapie eine vollständige Remission erreicht hätten. Die Einreichung der Zulassungsanträge für die Indikation werde in den USA und in der EU 2018 erwartet (1).

 

Promacta ist bereits in den meisten Ländern außerhalb den USA bereits zugelassen und wird als Zweitlinientherapie im Zusammenhang mit SAA als Revolade® vermarktet. Außerdem sei das Produkt für Erwachsene und Kinder mit chronischer Immunthrombozytopenie (ITP) zugelassen, die auf andere Behandlungen nicht ansprechen, heißt es ergänzend.

 

Historie und Wirkweise

 

PROMACTA® bzw. REVOLADE® ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Thrombopoetin-Rezeptor-Agonisten, der in der Behandlung der Ideopathischen thrombozytopenischen Purpura (ITP) eingesetzt wird. Eltrombopag wurde im November 2008 von der (FDA) für den amerikanischen Markt und im März 2010 von Europäischen Kommission für die EU zugelassen. Seit September 2015 war Eltrombopag in der EU auch zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit erworbener schwerer aplastischer Anämie (SAA) zugelassen, die entweder gegenüber einer vorangegangenen Therapie mit Immunsuppressiva refraktär oder stark vorbehandelt und für eine hämatopoetische Stammzelltransplantation nicht geeignet sind.

 

Anm.: „Eine Thromnozytopenie resultiert entweder aus einer Bildungsstörung, z. B. aufgrund einer Knochenmarkinsuffizienz, oder bei einer Umsatzstörung mit vermehrtem Verbrauch von Blutplättchen. Sie ist die häufigste Ursache einer erworbenen hämorrhagischen Diathese“ (Zitat: Wikipedia Enzyklopedie)

 

Eltrombopag ist ein nicht peptidischer, oral aktiver Thrombopoetin-Rezeptor-Antagonist. Dieser Wirkstoff stimuliert die Proliferation und Differenzierung von Megakaryozyten (Vorläuferzellen der (Blutplättchen), was zu einer Erhöhung der Blutplättchenkonzentration führt.

In einer klinischen Phase-III-konnte gezeigt werden, dass bei Probanden mit idiopathischer thrombozytopenischer Purpura die tägliche orale Gabe von 50 mg Eltrombopag zu einem deutlichen Anstieg der Anzahl Blutplättchen führte.

 

Nebenwirkungen

 

Schwerwiegende Nebenwirkungen traten nicht auf, allerdings kam es bei 80 % der Patienten zu Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Schlaflosigkeit oder Hautausschlägen.

 

(AR)

(6.1.2018)

 

(1) https://www.reuters.com/article/us-novartis-promacta/novartis-promacta-receives-fda-breakthrough-designation-for-new-indication-idUSKBN1ET0KL

 

Weitere Erfolge von Roche mit Tecentriq und Hemlibra® (Emicizumab)

 

(Immuntherapeutica, Krebsforschung)

 

 

Nachdem Roche im Mai 2017 (1) berichtete, dass Studien mit Tecentriq (Acetelizumab) nicht den erwarteten Erfolg zur Behandlung von Blasenkrebs aufwiesen, kann Roche in Studien zu einer Kombinationstherapie, sowie gegen die Bluterkrankheit Hämophilie A Erfolge verbuchen

 

In der IMpower150-Studie wurde das Immuntherapeutikum Tecentriq in Kombination mit einer Chemotherapie bei Patienten mit einer bestimmten Form von Lungenkrebs getestet. In dieser Studie habe die Kombinationstherapie das Risiko einer Krankheitsverschlechterung oder dass es zum Tode kommt, statistisch signifikant (ca. 38 %) reduziert, die Tumorgröße hatte sich meist deutlich verringert - so eine Mitteilung von Roche. Die Daten werden nun den entsprechenden Zulassungsbehörden vorgelegt. Zudem werden die ausführlichen Daten am diesjährigen Fachkongress ESMO präsentiert.

 

Auch wenn noch nicht alle Details vorliegen, hatten viele Börsenteilnehmer auf erste Ergebnisse der IMpower150-Studie mit Spannung gewartet, weil sie die erste von acht zulassungsrelevanten Studien ist, die Roche bis Mitte 2018 vorlegen wird. Dabei möchte Roche beweisen, dass sein Medikament Tecentriq aus der Krebsimmuntherapie in Kombination mit anderen Heilmethoden und Arzneien deutliche Fortschritte gegenüber bisherigen Standardbehandlungen zeigt (2).

 

Damit läutet der Pharmakonzern Roche nach eigenen Angaben die zweite Welle in der Krebsimmuntherapie ein, bei der es darum geht, mit Medikamenten das menschliche Immunsystem so weit zu stimulieren, dass es eigenständig bösartige Tumore bekämpft. Bislang wurde Tecentriq nur alleine in der Behandlung von verschiedenen Krebsarten eingesetzt, ohne signifikante Marktanteile zu gewinnen.

 

Hemlibra® (Emicizumab)

 

In der HAVEN 3-Studie wurde das letzte Woche (3) zugelassene Hemlibra (Emicizumab) bei Erwachsenen und Jugendlichen (ab 12 Jahren) Patienten eingesetzt, die an der Bluterkrankheit Hämophilie A leiden, die aber noch keine Inhibitoren entwickelt haben, schreibt der Pharmakonzern in einer zweiten Mitteilung.

Erst in der vergangenen Woche hatte Roche für das Mittel in den USA die Zulassung zur Behandlung von Hämophilie A-Patienten erhalten, die gleichzeitig „Faktor VIII”-Inhibitoren aufweisen.

 

Anm.: Hämophilie A ist ein Mangel an Faktor VIII (antihämophiles Globulin, FVIII)

 

Wie Roche erklärte, „entwickelt eine von drei Personen mit schwerer Hämophilie A solche Inhibitoren zu Faktor VIII Ersatztherapien, was zu einem deutlich vergrößerten Risiko für lebensbedrohliche Blutungen führt“.

 

(AR)

(5.1.2018)

 

(1) https://www.pharma-select.net/krebsforschung/azetolizumab-tecentriq-beschleunigte-vorläufige-zulassung-bei-blasenkrebs/

(2) http://www.ema.europa.eu/ema/index.jsp?curl=pages/medicines/human/medicines/004143/human_med_002166.jsp&mid=WC0b01ac058001d124

(3)  https://www.drugs.com/hemlibra.html

 

 

Tecentriq® – Update: Roche scheitert vorerst mit Blasenkrebsmittel

 

In diesem Magazin wurde am 16.7.2016 über die vorläufige Zulassung von Acetolizumab (Tecentriq®) zur Behandlung von Blasenkrebs berichtet. Gemäß einer Notiz in dem Schweizer Börsenfachblatt „Finanz und Wirtschaft“ vom 10.5.2017, konnte Roche (Zitat):

in einer groß angelegten Studie mit dem Namen IMvigor211 nicht beweisen, dass ihr Medikament Tecentriq bei Patienten mit Blasenkrebs, deren Krankheit trotz Chemotherapie fortschreitet, besser wirkt als die Chemotherapie allein. Tecentriq gilt als großer Hoffnungsträger bei den Baslern. Das Arzneimittel soll das Immunsystem gegen Krebs mobilmachen und so eine langanhaltende Wirkung haben. Getestet wird es jedoch nicht nur bei Blasenkrebs, bei vielen anderen wesentlichen Krebsarten will Roche es einst zur Zulassung bringen. (1).

 

Da ein großer medizinischer Bedarf zur Behandlung von fortgeschrittenem Blasenkrebs besteht, erhielt Roche zunächst eine vorläufige Zulassung in den USA auf Basis statistisch noch nicht aussagekräftiger Daten unter der Bedingung, die noch ausstehenden Daten nachzureichen. Diese Daten zeigten zwar, dass Tecentriq wirksam, aber nicht besser als die Chemietherapie ist. Roche will die Daten zusammen mit der US-Zulassungsbehörde analysieren (Zitatende).

 

Entscheidende Studien stehen noch an, Tecentriq wird wegen der langjährigen Entwicklung und des komplizierten Herstellungsverfahrens vermutlich jedoch teurer als die Chemotherapie sein. Allerdings wirken vollhumanisierte monoklonale Antikörper bei anderen Krebsarten wesentlich effektiver als Chemotherapeutika.

 

(AR)

(12.5.2017)

 

(1)  https://www.fuw.ch/article/roche-meldet-rueckschlag-fuer-blasenkrebsmittel/

Infektionskrankheiten

Pharmaka sind Wirkstoffe für therapeutische oder diagnostische Zwecke, allerdings gilt der von Paracelsus (1493-1541) geprägte Satz:

 

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei“.

 

Paracelsus machte sich bei seinen Vorlesungen in Basel oft unbeliebt weil er sie 1). auf deutsch hielt und 2). die vorherrschende Meinung der Humoralpathologie des Galen oft als Bücherweisheit medizinischer Gelehrter kritisierte.

 

 

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© Dr. Alfred Rhomberg