Melanom

 

 

Melanoma - (c) Wikipedia, Public Domain

 

 

Neue aussichtsreiche Behandlung bei hochmalignem Melanom

 


Nach einer Mitteilung in CIO-Centrum für Integrierte Onkologie(1) und anderen Quellen, gelang es an der Uniklinik-Köln mittels einer neuen Immuntherapie erste Erfolge an einem Patienten zu erzielen, nachdem Chirurgische Eingriffe an den multiplen Haut- und Lymphknotenmetastasen sowie chemotherapeutische Behandlungen einem 74-jährigen Mann zuvor nicht geholfen hatten. Daher behandelten die Ärzte des Zentrums um Prof. Dr. Hinrich Abken den 74-Jährigen etwa sechs Monate ambulant in einer lokalen Therapie mit einem Anti-CD20-Antikörper(2), der gezielt die Masterzellen des Melanoms zerstörte.

 

Anm.: Das Melanom ist im Gegensatz zu anderen Hautkrebsformen, z.B. Basaliomen, deswegen so bösartig, weil es sehr schnell lymphogen und hämatogen, also über die Lymph- und Blutbahnen, metastasiert.

 

Man war bisher davon ausgegangen, dass ein Melanomtumor für eine Heilung zu mindestens 99,9 % zerstört werden muss. Die Kölner WissenschaftlerInnen fanden heraus, dass nur wenige „Masterzellen“ (etwa 2 % des Gesamttumors) vernichtet werden müssen, um den Patienten dauerhaft zu heilen.

 

Prof. Dr. Abken: „Mit Hilfe der neuen Strategie können wir bestimmte Proteine auf der Oberfläche der Masterzellen erkennen und diese dann gezielt vernichten“, so der Forscher, der im Zentrum für Molekulare Medizin Köln (ZMMK) und der Klinik I für Innere Medizin tätig ist. Beide Einrichtungen sind Mitglied des Centrums für Integrierte Onkologie Köln Bonn (CIO). Und: Frau Prof. Dr. Dr. Cornelia Mauch (Leiterin des Hauttomorzentrums der Uniklinik Köln: „Chirurgische Eingriffe an den multiplen Haut- und Lymphknotenmetastasen sowie chemotherapeutische Behandlungen haben dem Mann zuvor nicht geholfen“ (gemeint ist der obengenannte 74-jährige Patient). Ergebnis der Behandlung: der gesamte Tumor ist verschwunden, obwohl 98 % des Tumors nicht durch den Antikörper zerstört wurden. Die Wissenschaftler sind sicher, dass diese Erkenntnisse zu einem neuen Denken in der allgemeinen Krebsbehandlung führen könnte, wozu allerdings noch längere Forschungen erforderlich sind. 

 

(AR)

 

(13.4.2012)


Quellen zum Beitrag:

(1) Gezielte Zell Zerstörung – aussichtsreiche neue Therapieform bei Hautkrebs – erster Patient erfolgreich an der Uniklinik Köln behandelt

 

und: Gezielte Zellzerstörung – aussichtsreiche neue Thera

pieform bei Hautkrebs

 

(2) zum Antikörper CD 20 siehe auch:
http://www.springerlink.com/content/1rh85e3xqy7pcxyq/

 

 

 

 

Pharmaka sind Wirkstoffe für therapeutische oder diagnostische Zwecke, allerdings gilt der von Paracelsus (1493-1541) geprägte Satz:

 

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei“.

 

Paracelsus machte sich bei seinen Vorlesungen in Basel oft unbeliebt weil er sie 1). auf deutsch hielt und 2). die vorherrschende Meinung der Humoralpathologie des Galen oft als Bücherweisheit medizinischer Gelehrter kritisierte.

 

 

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© Dr. Alfred Rhomberg