Die Entwicklungsarbeiten für den potenziellen Diabeteskandidaten Aleglitazar werden gestoppt

 

 



Aleglitazar - Wikipedia (englische Version), Public Domain

 

 

Die Nachricht, dass die Entwicklungsarbeiten für den Diabeteskandidaten Aleglitazar (Roche) wegen Nebenwirkungen und ungenügender Wirkung eingestellt würden, stammt aus dem täglichen online-Bulletin der FuW (Finanz und Wirtschaft, vom 10.7.2013). sowie anderen Nachrichtenquellen.

 

Warum berichtet das Magazin Pharma Selected trotzdem über eine negative Schlagzeile? Weil die Öffentlichkeit wissen sollte, dass sich auch sogenannte „Pharmamultis“ immer schwerer damit tun, die für Forschung und Entwicklung aufgewendeten enormen Kosten zu amortisieren, nachem die Entwicklungskosten in den letzten Jahrzehnten extrem gestiegen sind und weiterhin steigen werden. Für den erfolgreichen Pharmakonzern ist dies zwar verkraftbar, trotzdem ist so eine Enttäuschung schmerzlich, um so mehr als frühere Studien ab 2009 mit dieser Substanz sehr erfolgreich erschienen. Berücksichtigt werden muss ferner, dass auf die Preiskalkulation eines zugelassenen Arzneimittels von außen (Gesundheitsbehörden, Krankenkassen) immer mehr Einfluss genommen wird.

 

Roche war nach diesen Studien zuversichtlich, dass Aleglitazar das Potenzial hatte, die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität in der Hochrisikogruppe von Diabetes-Typ 2-Patienten zu senken (siehe Anmerkung) und war deshalb 2009 entschlossen, die klinische Entwicklung rasch weiter voranzutreiben(1)

 

Anmerkung:

 

Aleglitazar ist ein rational entwickeltes Molekül, das eine ausgewogene doppelte PPAR-α/γ-Aktivierung bewirkt. Es kombiniert die mit der PPAR-γ-Aktivierung einhergehenden Verbesserungen der peripheren Insulinempfindlichkeit (und daher auch der Blutzuckereinstellung) mit einer verbesserten Beherrschung der Dyslipidämie, die häufig mit der PPAR-α-Aktivierung verbunden ist. Soweit Auszüge aus einer in „The Lancet“ veröffentlichten SYNCHRONY-Studie, nach welcher Phase-III-Studien begonnen wurden (1), welche schließlich (2013) zu der Entscheidung führten, die Entwicklung mit der Substanz zu stoppen(2).

 

(AR)

(11.7.2013)

 

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Quellen:

 

(1)  http://www.roche.com/de/media/media_releases/med-cor-2009-06-09.htm

(2) http://www.reuters.com/article/2013/07/10/us-roche-idUSBRE96903Z20130710

Pharmaka sind Wirkstoffe für therapeutische oder diagnostische Zwecke, allerdings gilt der von Paracelsus (1493-1541) geprägte Satz:

 

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei“.

 

Paracelsus machte sich bei seinen Vorlesungen in Basel oft unbeliebt weil er sie 1). auf deutsch hielt und 2). die vorherrschende Meinung der Humoralpathologie des Galen oft als Bücherweisheit medizinischer Gelehrter kritisierte.

 

 

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© Dr. Alfred Rhomberg