HIV – Das Oberflächenprotein Siglec-1 ist

 

wichtige Andockstelle für das HI-Virus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

HIV -Das Oberflächenprotein Siglec-1 der dendritischen Zellen spielt für die Verbreitung des HI-Virus eine wichtige Rolle

 

 

Eine Publikation in PloS Biology (Dezember 2012) der beiden Arbeitskreise um Dr. Nurial Izquierdo-Useros und Professor Dr. Javier Martinez-Picado vom AIDS-Forschungsinstituts IrsiCaixa aus Barcelona, sowie um Professor Dr. Hans-Georg Kräusslich, Geschäftsführender Direktor des Departments für Infektiologie am Universitätsklinikum Heidelberg, berichtet über die Entdeckung eines wesentlichen Andockfaktors des HI-Virus an Immunzellen(1), siehe auch (2).

 

Die beiden Arbeitskreise haben entdeckt, dass ein Oberflächeneiweiß (Siglec-1) der dendritischen Zellen, obwohl diese Zellen gegen den am meisten verbreiteten Typ des HI-Virus (HIV-1) weitgehend immun sind, das Virus aufnehmen, es jedoch nicht wie sonst bei anderen Biren und Bakterien üblich, zu ungefährlichen Bruchstücken abbauen, sondern als infektiöse Viren an eine große Zahl von T-Helferzellen weitergeben, die dann andere Helfer-Zellen infizieren, was letztlich zur Zerstörung des Immunsystems und zum Endstadium AIDS führt. Die beiden Forscherteams klärten auch auf, warum das HI-Virus unbeschadet in das Zellinnere der dentritischen Zellen gelangen kann: Die Viren nutzen Siglec-1 als Eintrittspforte. Das Protein fängt kleine Vesikel, die der Zellkommunikation dienen, ein und leitet sie in das Zellinnere weiter. Es erkennt sogenannte Ganglioside als Bestandteile der Zellhülle (Membran), und bindet sie. Da diese Ganglioside auch in der Virenhülle vorhanden sind, werden sie von Siglec-1 erkannt, das Virus wird gebunden und unbeschadet aufgenommen. Durch Kommunikation mit T-Helferzellen werden diese infiziert und verbreiten so das Virus, statt es zu vernichten.

Resumée: Die beiden Forscherteams konnten im Experiment zeigen, dass das Protein Siglec-1 die eigentliche Andockstelle für HI-Viren ist und dass der Zugang der Viren zu den dentritischen Zellen durch Blockierung von Siglec-1 verhindert wird. Nach Professor Kräusslich wird durch die Experimente gezeigt, dass Siglec-1 der wichtigste Faktor zur Bindung von HI-Viren an dendritische Zellen ist und offenbar wesentlich zur Ausbreitung der HIV-Infektion im Organismus beiträgt. Siglec-1 ist daher ein vielversprechender Ansatzpunkt, um das Fortschreiten der Infektion zu verlangsamen.

 

 

Quellen:

 

(1)  http://www.plosbiology.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pbio.1001448

 

(2) http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/ShowSingleNews.176.0.html?&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=6556

 

(AR)

(28.12.2012)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pharmaka sind Wirkstoffe für therapeutische oder diagnostische Zwecke, allerdings gilt der von Paracelsus (1493-1541) geprägte Satz:

 

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei“.

 

Paracelsus machte sich bei seinen Vorlesungen in Basel oft unbeliebt weil er sie 1). auf deutsch hielt und 2). die vorherrschende Meinung der Humoralpathologie des Galen oft als Bücherweisheit medizinischer Gelehrter kritisierte.

 

 

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© Dr. Alfred Rhomberg