Wie gefährlich ist das neue Coronavirus?

 

 


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"Cap-Struktur" - free of copy rights

 

Der Herausgeber dieses Magazins ist stets bemüht, einerseits über Neues in der Medizin- und Pharmaforschung zu berichten, andererseits nicht der Panikmache zu verfallen, die über die Medien verbreitet wird. Das galt in letzter Zeit zuerst für die Verbreitung des H9N7 Grippevirus oder (früher) der Schweinegrippe und gilt jetzt wieder für das „neue Coronavirus“. Ursache dieser Panikmache sind meist wenige Ursprungsquellen (z.B. eine dpa Meldung) die anschließend von allen Nachrichtensendern und selbst seriösen Printmedien/ Zeitungen fast wortgleich übernommen werden(1).

 

Beim aktuellen Coronavirus entstand die Panik als Folge einer dpa-Meldung:

 

"Gefahr für die ganze Welt - Angesichts der steigenden Zahl der Todesfällen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits am Dienstag eindringlich vor dem neuen Virus gewarnt. Unter allen Gesundheitsproblemen mache ihr dieser Erreger derzeit die größten Sorgen", sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan in Genf. "Das neue Coronavirus ist eine Gefahr für die ganze Welt. Es ähnelt dem Sars-Erreger, an dem vor zehn Jahren etwa 800 Menschen starben“.

 

Wie ist die derzeitige Situation tatsächlich einzuschätzen?

 

Auch wenn die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Virus, das grippeähnliche Symptome auslöst, als sehr gefährlich einschätzt, sollte doch ein Vergleich mit den Todesfällen bei „normalen“ jährlichen Influenzaerkrankungen angestellt werden.

 

Weltweit sind nach WHO-Zahlen bisher (am 5.6.2013) 22 Todesfälle und 44 Erkrankungen registriert(2), wobei der Schwerpunkt in der Golfregion liegt. Hierzu ist festzustellen, dass bei normalen jahresbedingten Grippewellen allein in Österreich jedes Jahr ca. 1000 Menschen sterben, vermutlich ist die Zahl noch wesentlich höher, wenn Komplikationen wie Lungenentzündungen miteingerechnet werden (in Deutschland wurden 2009 ca. 40000 Tote bei normalen Grippeinfektionen geschätzt).

 

Was sind Coronaviren?

 

Das Coronavirus gehört zur Familie Coronaviridae. Ihre Vertreter verursachen bei Säugetieren, Nagetieren und Vögeln unterschiedliche Erkrankungen. Die humane Coronaspezies verursacht beim Menschen Diarrhoen und Infektionen der Atemwege bis hin zum schweren akuten Atemwegssyndrom (SARS).

 

Das neue Coronavirus könnte eine SARS-assoziierte Form sein, gegen die es ebenso wie beim SARS-Typ (2002/ 2003) weder Impfstoffe, noch gezielt wirkende Medikamente gibt. SARS forderte ca. 770 Todesfälle, das neue Virus ist zwar SARS verwandt, unterscheidet sich jedoch von diesem Virus. Zwar konnte die RNA-Sequenz des mutmaßlichen SARS-Erregers inzwischen aufgeklärt werden, solche Gen-Daten sind jedoch theoretisch allenfalls zur Entwicklung neuer Diagnoseverfahren nützlich.

 

Zur Morphologie: Das einzelsträngige RNA-Genom der Coronaviren ist etwa 27.600 bis 31.000 Nukleotide lang und sie besitzen damit die größten Genome aller RNA-Viren Am 5’-Ende befinden sich eine 5’Cap-Struktur (siehe Anmerkung) und eine nicht-kodierende Region.

 

Anm.: Die Cap-Struktur (zu deutsch Kappe) ist eine chemische Veränderung an mRNA-Molekülen in Eukayoten, die die Stabilität der RNA drastisch erhöht und wichtig für den Transport der RNA aus dem Kern in das Cytoplasma und die darauf folgende Translation der mRNA durch die Ribosomen ist (Zitat aus der Wikipedia Enzyklopedie).

 

Spezielle Behandlungsformen gab es schon beim SARS-Erreger nicht, es wurden zunächst ähnlich wie bei der Hepatitis C Infektion das Nucleosid-Analogon Ribavirin als Virostatikum und Cortison eingesetzt und anschließend unterschiedliche Antibiotica verabreicht, um zusätzliche bakterielle Infektionen der Atemwege bzw. Lungenentzündungen zu vermeiden.

 

Von Infektionen mit dem neuen Coronavirus wird in erster Linie aus Saudi-Arabien berichtet, weshalb das Virus auch als Mers-CoV (Middle East respiratory syndrome coronavirus) bezeichnet wird.

 

Von einer Epidemie oder gar einer Pandemie kann derzeit jedoch nicht gesprochen werden, weshalb die bisherige Berichterstattung westlicher Medien als „Panikmache“ bezeichnet werden muss.

 

(AR)

(5.6.2013

 

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(1) http://diepresse.com/home/panorama/welt/1412180/WHO_Coronavirus-Gefahr-fuer-ganze-Welt?_vl_backlink=/home/index.do

 

(2) http://soaktuell.ch/index.php?page=/News/Coronavirus-WHO-fuer-breiten-Informationsaustausch_11135

 

 

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© Dr. Alfred Rhomberg