Afinitor (Everolismus) - Immunsuppressivum und Krebsmedikament – bei Leberkrebs enttäuschend

 


Everolismus

 

 

In einer Pressemeldung (u.a. in der online-Ausgabe der Finanz und Wirtschaft vom 7.8.2013) findet man folgende Nachricht:

 

Novartis: Das Novartis-Medikament Afinitor (Everolimus) hat in einer Phase-III-Studie zur Behandlung von fortgeschrittenem Leberkrebs mit Blick auf die Gesamtüberlebensrate den primären Endpunkt nicht erreicht. Novartis stoppt daher den Zulassungsprozess für diese Indikation von Afinitor. Die Resultate seien eine Enttäuschung, dennoch werde Novartis mit Afinitor weitere Anwendungsmöglichkeiten bei anderen Krebsarten untersuchen.

 

Was ist Afinitor?

 

Afinitor/ Everolismus ist ein Immunsuppressivum mit Macrolidstruktur, ein Derivat des aus  Streptomyces hygroscopicus isolierten Sirolismus (Rapamycin) und gehört zu den mTOR-Inhibitoren (Abk. für mammalian Target of Rapamycin), ein in allen Säugetieren vorkommendes Protein, an welches das Immunsuppresivum Rapamycin bindet. Durch die Inhibition von mTOR werden somit sowohl die Aktivierung als auch das Voranschreiten der T-Zellen von der G1-Phase in die S-Phase des Zellzyklus verhindert.


Wegen des synergetischen Effekts in Kombination mit Cyclosporin wurde das Medikament zunächst nur in der klinischen Immunsuppression nach Orgatransplantationen eingesetzt, weil damit die Dosis des deutlich nebenwirkungsreicheren Cyclosporins reduziert werden kann und es zu niedrigeren Infektionsraten mit dem Cytomegalievirus nach Transplantationen kommt. Markennamen: Certican (EU), Zortress (USA).

 

In der Onkologie wurde Everolismus für die Second-lineTherapie beim metastasierten Nierenzellkarzinom und für die Behandlung von neuroendokrine Pankreastumoren zugelassen, daneben laufen Studien bei anderen Krebsarten (Magenkrebs, Brustkrebs und malignen Lymphomen). Bei fortgeschrittenem Leberkrebs wurde der Zulassungsprozess, wie oben beschrieben, gestoppt weil die Gesamtüberlebensrate bei einer Phase-III-Studie enttäuschend war.

 

(AR)

(10.8.2013)

Pharmaka sind Wirkstoffe für therapeutische oder diagnostische Zwecke, allerdings gilt der von Paracelsus (1493-1541) geprägte Satz:

 

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei“.

 

Paracelsus machte sich bei seinen Vorlesungen in Basel oft unbeliebt weil er sie 1). auf deutsch hielt und 2). die vorherrschende Meinung der Humoralpathologie des Galen oft als Bücherweisheit medizinischer Gelehrter kritisierte.

 

 

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© Dr. Alfred Rhomberg