Obinutuzumab – ein neuer humaner monoklonaler Antikörper gegen lymphatische Leukämie (CLL)

 


Zwei identische Dimere des GA101-Fab-Fragments (Mus musculus als Bändermodell, nach PDB 3PP3 - © Wikipedia - Public Domain

 

 

In einem Schweizer Börsenfachblatt v. 3.7.2013 (1) wurde berichtet, dass die FDA ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für Obinutuzumab gegen CLL gewährt, weil der Erfolg bisheriger Studien (Phase III Studien) dies zulässt. Mit einer Zulassung könnte daher schon Ende 2013 gerechnet werden.

 

Obinutuzumab (GA101, R05072759, alte Bezeichnung Afutuzumab, HuMab CD20) ist ein neuer humaner monoklonaler Antikörper zur Therapie zum Einsatz bei wiederkehrenden und therapieresistenten Non-Hodgkin-Lymphomen (NHL).

 

Anm.: Monoklonale Antikörper sind Antikörper, also immunologisch aktive Proteine , die von einer auf einen einzigen B-Lymphozyten  zurückgehenden Zelllinie (Zellklon) produziert werden und die sich gegen ein einzelnes Epitop richten. Eine physiologisch vorkommende Immunantwort gegen ein in den Körper eingedrungenes Antigen ist dagegen stets polyklonal und richtet sich z.B. gegen viele verschiedene Epitope auf einem Bakterium. (Zitat aus der Wikipedia Enzyzklopedie).

 

Der neue humane monoklonale Antikörper Obinutuzumab GA101 wirkt ähnlich wie Rituximab und Ofatuzumab als CD20-Antikörper und ist der erste monoklonale CD20-Antikörper der 2. Generation (2), der mit der Technik des sogenannten Glykoengineering (Glykosylierung) optimiert wurde. Dadurch kann die Vernichtung bösartiger B-Lymphozyten durch Aktivierung anderer Immunzellen gegen Krebszellen oder die direkte Auslösung des Zelltodes verbessert werden.

 

In früheren Phase-III-Studie, u.a. der Deutschen CLL Studiengruppe, wurde GA101 mit Chlorambucil kombiniert: 1000 mg GA101 intravenös an den Tagen 1, 8 und 15 (Zyklus 1) und Tag 1 (Zyklus 2 - 6) sowie 0.5 mg Chlorambucil/kg Körpergewicht oral an den Tagen 1 und 15 jedes Zyklus.

 

Auf die endgültige Zulassung des neuen humanen monoklonalen Antikörpers darf man gespannt sein.

 

(AR)

(4.7.2013)

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Quellen:

 

(1) http://www.fuw.ch/fuw-report-archiv/2013/07/03/der-fuw-morgen-report-269/


(2) Roche Medienmitteilung (Stand Dezember 2010):  http://www.roche.com/de/media/media_releases/med-cor-2010-12-06.htm

 

 

Pharmaka sind Wirkstoffe für therapeutische oder diagnostische Zwecke, allerdings gilt der von Paracelsus (1493-1541) geprägte Satz:

 

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei“.

 

Paracelsus machte sich bei seinen Vorlesungen in Basel oft unbeliebt weil er sie 1). auf deutsch hielt und 2). die vorherrschende Meinung der Humoralpathologie des Galen oft als Bücherweisheit medizinischer Gelehrter kritisierte.

 

 

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© Dr. Alfred Rhomberg