Pembrolizumab – ein weiterer humanisierter monoklonaler Antikörper gegen Melanom

 

 

 

Laut einer Mitteilung vom 30.6.2014 wurde auf Grund der guten klinischen Daten ein Zulassungsverfahren für den neuen humanisierten monoklonalen Antikörper Pembrolizumab der Firma MSD eingeleitet (1). Nach Genehmigung der EMA (European Medicines Agency) könnte die Zulassung bereits bis Ende 2014 erfolgen.

 

In einer großen Phase-I-Studie KEYNOTE-001 sprachen 88% der Patienten mit fortgeschrittenem Melanom lang anhaltend auf die Behandlung mit dem PD1-Antikörper Pembrolizumab (MK-3475) an, 69% überlebten ein Jahr. Diese Ergebnisse stellte Prof. Dr. Antoni Ribas, David Geffen School of Medicine an der University of California in Los Angeles, beim ASCO 2014 vor.

 

Die Größe des Tumors spielte für das Ansprechen auf Pembrolizumab eine Rolle: Es war umso besser, je kleiner der Tumor zu Beginn war. Das mediane Gesamtüberleben konnte noch nicht bestimmt werden. 69% der Patienten überlebten 12 Monate und 62% 18 Monate.

 

Professor Dr. Antoni Ribas: “Wir sind froh, dass Pembrolizumab sowohl bei Patienten ohne, als auch mit Vorbehandlung einschließlich Ipilimumab wirksam ist”.

 

Es ist erstaunlich, dass die Tumore nach drei Monaten fast verschwunden waren und weiterhin schrumpften und es kein Anzeichen eines Wiederaufflammens der Erkrankung gab (2).

 

Wirkungsweise

 

Pembrolizumab (MK-3475) ist ein selektiver, humanisierter monoklonaler Anti-PD-1 Antikörper, der die Interaktion des PD-1-Rezeptors auf den T-Zellen mit dessen Liganden PD-L1 und PD-L2 blockiert, um so die körpereigene Anti-Tumor-Immunität zu reaktivieren. Dabei blockiert Pembrolizumab beide Liganden des PD-1-Signalweges. (Zitat aus (1))

 

Pembrolizumab wird bei über 30 Arten von Krebs in Mono- und Kombinationstherapie untersucht. Man erwartet, dass bis Ende 2014 das Pembrolizumab-Entwicklungsprogramm auf über 24 klinische Studien anwachsen und schätzungsweise 6.000 Patienten in fast 300 Prüfzentren in aller Welt einbeziehen wird (3) u.a. auch Lungenkrebs bei welchem es bereits positive Ergebnisse gibt (4).

 

Das Ziel der Forschung mit solchen Substanzen ist, Krebs zu einer Art „chronischer“ Erkrankung zu machen (4).

 

(AR)

(12.7.2014)

 

Quellen:

 

1. http://www.msd.at/europaeisches-zulassungsverfahren-fuer-pembrolizumab-30062014

2. http://www.independent.co.uk/life-style/health-and-families/health-news/skin-cancer-drug-pembrolizumab-hailed-as-miraculous-new-treatment-9476174.html

3. http://www.businesswire.com/news/home/20140630005376/de/#.U8BaF5R_uSo

 

 

Pharmaka sind Wirkstoffe für therapeutische oder diagnostische Zwecke, allerdings gilt der von Paracelsus (1493-1541) geprägte Satz:

 

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei“.

 

Paracelsus machte sich bei seinen Vorlesungen in Basel oft unbeliebt weil er sie 1). auf deutsch hielt und 2). die vorherrschende Meinung der Humoralpathologie des Galen oft als Bücherweisheit medizinischer Gelehrter kritisierte.

 

 

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© Dr. Alfred Rhomberg